Wappen von U-HaiDas Bootswappen des Unterseebootes Hai stellt einen Haifisch in einer Aufwärtsbewegung vor dem Hintergrund eines Galgens und eines Marterrades dar.Die Aufwärtsbewegung des Haifisches steht für die Fähigkeit des Ubootes, aus der Tiefe heraus zu operieren, wobei die Bauchlage des Raubfisches eine friedliche Absicht symbolisiert.

Das Marterrad und der Galgen im Wappen stammen aus dem Crew-Wappen XII/39 des 2. Kommandanten von U-Hai, Kapitänleutnant Voß, der mit dem Entwurf eines Bootswappens beauftragt worden war.

Über die Entstehung des Bootswappens

Von Hans Ehring

Wie an anderen Stellen zu lesen ist, wurde das Wappen von Kapitänleutnant Voss, Angehöriger der Crew XII/39, dem zweiten Kommandanten des Unterseebootes „HAI“ entworfen.

Der Namengeber, der Hai , steht im Vordergrund des Wappens. Die Aufwärtsbewegung des Tieres symbolisiert die Fähigkeit des U-Bootes, aus der Tiefe heraus zu operieren, jedoch symbolisiert die Bauchlage des Raubfisches die friedliche Absicht des Tieres. Marterrad und Galgen stammen aus dem Crewwappen XII/39.

Die drei Symbole des Bootswappens lassen in ihrer Zuordnung die Querschnittssilhouette eines Ubootes erkennen und stellen somit in ihrer Gesamtheit ebenfalls den Bezug zu einem Uboot her. 1

Woher der Gedanke zu dem Wappenbild mit Rad, Galgen und Hai kam, ist mit den Baubeamtenanwärtern 2, die einen Teil der Crew XII/39 stellte, verbunden:

Direkt nach der Grundausbildung auf dem Dänholm waren die „Baus“, wie sie in der Crew kurz genannt wurden, die ersten, welche Bordkommandos in der aktiven Flotte bekamen. Auf den Kreuzern Scharnhorst, Gneisenau, Karlsruhe, Königsberg und Blücher nahmen sie als Besatzungsangehörige am Unternehmen „Weserübung“, der Besetzung Norwegens, im 2. Weltkrieg teil. Hierbei waren die ersten Gefallenen der Crew zu beklagen.

Nach ihrer Rückkehr zu einem Werkstattlehrgang nach Mürwik und in der Euphorie des überstandenen Norwegenunternehmens hatten die Bau´s den Wunsch, sich als Gemeinschaft nach außen hin darzustellen. So entstand in dieser Zeit das Lied der Skandinavien-Crew 3 und ein Crew-Wappen.

Aus der Anzahl den Entwürfe wurde unter dem damaligen Crew-Betreuer Willi Mies (gefallen 1944) der Entwurf von  Dieter Kropp (Fachrichtung „Hafen-und Strombau“), der leider auch 1944 gefallen ist, ausgewählt.

Soweit sich Gewährsleute aus den Reihen der Bau´s sich nach 53 Jahren erinnern konnten, sollte das Likedeeler-Zeichen, nämlich Galgen und Rad im Mittelpunkt stehen. Hier muss eingefügt werden, dass die Vitalienbrüder des 14. Jahrhunderts sich den Namen Likedeeler gaben; und das bedeutete: Loyalität und gegenseitige Rücksichtnahme. Der Hai im Wappen sollte auf die Begeisterung zur Seefahrt und den Kampf auf und mit der See hinweisen.

Bei den Bau´s wurde dieses Abzeichen bald Allgemeingut und es kam den Wünschen der gesamten Crew entgegen. Auf der offenbar letzten Ausgabe der Crew-Zeitschrift zierte dieses Emblem die Titelseite und dürfte dadurch allen Crew-Kameraden bekannt sein.

Quellen:

1 Hannes Ewerth,  "Die U-Flottille der deutschen Marine", 1988, Koehlers Verlagsgesellschaft mbH Hamburg, ISBN 3-7822-0641-X

2 Schüler, welche innerhalb der Marine ein Ingenieurstudium im Wasser-und Strombau, Maschinenbau, Schiffbau u. a. anstrebten.

3 Aus "Von Latten und Molchen" - Erinnerungen der Schiffbauercrew XII/39 von Valentin Probst, Roland Reche und Herbert Schneekluth, 1995 Verlag Mainz, Aachen,  ISBN 3-89653-011-9

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