Saarpfalz-Rundschau

28. Mai 2008

"U-Haie" gehen in der Rosenstadt an Land

Zweibrücken: Ehemalige Besatzungsmitglieder des Unterseeboots Hai tragen sich ins goldene Buch der Stadt ein.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung Zeitung “Die Rheinpfalz”, Beilage “SAARPFALZ-RUNDSCHAU
Reporter und Fotograf: Jo Steinmetz

Zum neunten Mal trafen sich die ehemaligen Besatzungsmitglieder des Unterseeboots Hais, um ihre Kameradschaft zu pflegen. Treffpunkt war diesmal die Rosenstadt Zweibrücken.

U-Hai Besatzungstreffen in Zweibrücken
Treffen sich regelmäßig und immer in der Heimatstadt eines Kameraden: die "U-Haie", ehemalige Besatzungsmitglieder des Unterseeboots Hai, hier bei einem Rundgang durch den Rosengarten Zweibrücken.

"Die Kameradschaft auf dem U-Boot ist eine ganz besondere. Das Zusammenlegen auf engstem Raum sorgt zwar für Reibungspunkte, die waren aber immer ganz schnell vergessen", so empfand Wolfgang Reichardt die Zeit vor nunmehr 50 Jahren, als er zusammen mit 20 Mann seinen Dienst auf dem Unterseeboot Hai ("U-Hai") verbracht hatte. der ehemals 20-jährige Matrose war der erste und einzige "Signäler", der noch per Flagge Signale und Zeichen von Boot zu Boot weitergab.

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Sommer 1958: "U-Hai" auf dem Weg in den Heimat-hafen Kiel. Im Hintergrund das Marineehrenmal Laboe.

Reichardt und seine Tochter Sylia Wilhelm waren diesmal mit der Organisation des neunten Treffens ehemaliger Besatzungsmitglieder in Zweibrücken beauftragt, das dieser Tage über die Bühne ging. Mit "an Bord" auch Peter Silbernagel, der als einziger den Untergang des Bootes am 14. September 1966 während einer Ausbildungsfahrt auf Höhe der Doggerbank - 138 Seemeilen nordwestlich von Helgoland - überlebt hatte. Wie er das Unglück verarbeitet habe und ob er sich noch oft daran erinnere, seien die am häufigsten gestellten Fragen, sagte Silbernagel. "Ich denke kaum noch daran", so der ehemalige Smut - ein Schiffskoch in Ausbildung. "damals war ich 23 Jahre alt, jung und hübsch. Heute bin ich nur noch und", entgegnet der gebürtige Frankenthaler, der nach seine Bundeswehrzeit als Geschäftsführer eines Wienerwald-Restaurants in Kaiserslautern gearbeitet hatte. Seit 35 Jahren wohnt der heute 65-jährige mit seiner Frau auf Sylt und war bis zum Renteneintritt als Koch im dortigen BASF-Kurheim tätig.

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Herbst 1958: Pause auf See während des Manövers "Wallenstein" in der Nordsee. Sieben Kameraden auf diesem Foto nehmen am 9. Treffen in Zweibrücken teil.

"Die Bootstreffen dienen vor allem der Kameradschaftspflege, aber auch dem Gedenken an diejenigen Kameraden, die ihre letzte große Reise ohne Wiederkehr angetreten haben", sagte Sigmund Mainusch vom Orga-Team. Zu jedem der bisherigen Treffen wurde ein Ort ausgesucht, an dem eine ehemaliger U-Hai-Fahrer zu Hause ist. Bisher fanden Treffen unter anderem in Kiel, Fulda, Wilhelmshaven, Horn am Neckar, Wietze bei Celle, Neustadt/Holstein und Eckernförde statt.

Diesmal war Zweibrücken Treffpunkt - die Heimatstadt von Wolfgang Reichardt. Nach einer Wiedersehensfeier mit Abendessen besichtigten die Ehemaligen mit ihren Partnerinnen in der Zwischenzeit das Technikmuseum in Speyer, das Kristall- und Glasmuseum in Bitsch oder die Zitadelle. Am Wochenende wurden die "U-Haie" von Oberbürgermeister Helmut Reichling im Rathaus empfangen und trugen sich ins Goldene Buch der Stadt ein. Der erste Eintrag ins Goldene Buch - so der Oberbürgermeister - stamme aus dem Jahre 1941. Damals hätten sich die Besatzungsmitglieder des Paten-U-Bootes der Stadt Zweibrückens (U-564) eingetragen. darunter sei auch der Kommandant Teddy Suhren gewesen. Sichtlich beeindruckt von der schönen Stadt Zweibrücken und der Gastfreundschaft zeigte sich der ehemalige dritte Kommandant Hans-Jochen Emsmann, der sich als erster ins Goldene Buch eingetragen hatte. Alle restlichen 32 ehemaligen "U-Haie" verewigten sich danach. Abends fand eine Stadtführung statt und danach der Abschlussabend, bei dem der Shanty-Chor der Marine-kameradschaft "Teddy-Suhren" für gute Unterhaltung sorgte.

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